| 1920 | Binding/Hoche: „Die Freigabe der Vernichtung lebensunwerten Lebens“ – Durchbruch des „Euthanasie“-Gedankens |
| 14.7.1933 | Sterilisationsgesetz beschlossen (zum Januar 1934) | Ab 1934 | massenhafte Sterilisierungen (bis 1945 etwa 400 000 Menschen, zwischen 1934 und 1940 allein 583 Patienten der HPA Dösen) | Ab 1935 | Interne NS-Diskussion des „Euthanasie“-Beginns | Sommer 1939 | Tötung des Kindes K. in Leipzig – Beginn der Kinder-„Euthanasie“ (zwei „Kinderfachabteilungen“ in Leipzig: HPA Dösen 10. 1940 bis 12. 1943, Universitätskinderklinik Ende 1941 bis 1943/ allein in Dösen werden 505 Kinder getötet) |
18.8.1939 | Erlass zur Erfassung behinderter Kinder | 21.9.1939 | Erfassung der Heil- und Pflegeanstalten | Oktober 1939 | Hitler unterschreibt „Euthanasie-Ermächtigung“ an Bouhler/Brandt und datiert sie auf den 1.9.1939 (Kriegsbeginn) zurück |
Herbst 1939 | Meldebogen gehen in Anstalten ein (Dezember 1939: Erfassung der unter die „Euthanasie“-Kriterien fallenden Patienten in Dösen) | Ab Jan. 1940 | Tötungsanstalten (Brandenburg, Grafeneck, Hartheim, Pirna, Bernburg, Hadamar) – erste Tötungen durch Gas in Brandenburg. Ca. 100 Patienten werden in Dösen zur Erprobung einer medikamentösen Tötungsmethode (Luminalschema) ermordet. |
April 1940 | Umzug der „Euthanasie“-Verwaltung in die Berliner Tiergartenstraße 4 | 31.8.1940 | Uni-Kliniken werden von „Euthanasie“ ausgenommen. Entwurf eines „Euthanasie“-Gesetzes fertig (aus außenpolitischen Gründen zurückgestellt) |
24.8.1941 | so genannter „Euthanasie-Stopp“ (bis dahin ca. 70 000 Opfer, davon 800 bis 900 Dösener Patienten) | bis 1945 | Fortführung der organisierten Tötungen durch Überdosierungen und Nahrungsmittelentzug (ca. 130 000 Opfer, davon 1000 bis 1200 aus Leipzig) |